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Viel wird derzeit über neue Führung gesprochen und geschrieben. In Zeiten, die zu verstehen geben, dass es den alten Mustern und Regeln an zeitgemäßen Inhalten fehlt, um neue „digitale“ Arbeitsmuster und -strukturen zu ermöglichen.

Viele, die sich in der Pflicht sehen „ihr“ Team und „ihre“ Belegschaft in diese sich merkwürdig verkomplexende Zukunft zu führen, spüren eine mehr als verständliche Sehnsucht nach einfachen Konzepten, nach geeigneter Unterstützung und nach Begrifflichkeiten, die Resonanz erzeugen. Und sie nehmen zugleich wahr, dass genau dies zu oft (noch) fehlt.

Wer sich länger mit der Thematik beschäftigt, wie viele hier, weiß, dass es sie (im Grunde) nicht gibt, diese Einfachheit. Es gibt keine klaren, eindeutigen Lösungen, die sich schnell und unkompliziert umsetzen lassen. Dazu sind wir zu lange mit Ideen unterwegs gewesen, die man nicht nur vor 50 Jahren hätte überdenken sollen (was geschehen ist), sondern die wir damals schon hätte ablösen müssen. Doch versäumtes, dass „man hätte müssen“ ist wenig geeignet, jetzt die Sicherheit und Stabilität zu vermitteln, die diese dynamischen, vor zunehmender Komplexität strotzenden Zeiten brauchen.

So sehr ich es mir selbst wünsche, – denn auch mein „Geschäft“ funktioniert mit einfachen, leicht verständlichen Lösungen besser, als mit der Suche nach organisationsindividuellen Konzepten und Chancen – was wir alle heute in Unternehmen und darüber hinaus als Gesellschaft zu meistern haben, diese an sich und in den Worten schon kaum verständliche „digital soziale Transformation“, er-FORDERT Führung oder noch besser Leadership, von einzelnen und bzw. von vielen, wenn nicht gar von allen.

Das Fatale: Wir scheitern ganz fundamental daran!! 

„Wir“, d.h. viele derjenigen, die die neuen Themen als Übersetzen und Ermöglicher in die Organisationen tragen könnten (und sollten), sei es in der Rolle des Organisations- und Personalentwicklers, des Strategen, der Geschäftsführung oder auch – von außen – des Beraters, Coaches und Mentors, scheitern daran, dass wir uns einer Nomenklatur bedienen, die schon längst all jene abgehängt hat, die wir auf ihrem Weg unterstützen wollen.

Und wir scheitern nicht nur an diesem kleinen Element dieser Aufgabe. Wir scheitern auch daran das ganze Bild zu erkennen, und selbst diejenigen, die die Hubschrauberperspektive verlassen haben, um den vom Weltall den Planeten und das Gesamtbild zu betrachten, erkennen fast immer nur eine Hälfte. Nein – im Grunde sehen auch sie immer nur ein Viertel all dessen, was wirklich notwendig wäre, um als guter Kapitän, Lotse und Begleiter den Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft – vom Anfang bis zum Wiederbeginn – zur Seite zu stehen.

In der Geschwindigkeit mit der wir mit neuen Entwicklungen konfrontiert werden, ist es kaum zu schaffen Schritt zu halten. So sehen wir nur immer die eine Hälfte des Planeten der „neuen Arbeitswelten“ und zugleich sehen wir, die Unternehmen nur von außen betrachtend, auch hier nur die eine Hälfte der sichtbaren Strukturen, Werte und Kultur.

Das übrige das bleibt immer unsichtbar.

Ähnlich ergeht es denjenigen, die als die Experten und Spezialisten für die Details. Seien es die Details der Unternehmen selbst, weil sie tief darin verwoben sind, oder die Details der neuen Konzepte, des Holokratie, der Unternehmensdemokratie, der neuen Führungswege, von EFCS, ROWE oder auch „nur“ von Impulsen Innovation anders und erfolgreicher zu betreiben. Auch sie sehen, qua ihrer Zielsetzung, immer nur einen Teil all dessen, was möglich und vor allem notwendig wäre, um aus der Komplexität heraus, jene einfachen Lösungen für die Organisation zu finden.

Vielleicht brauchen wir keine neue, aber eine andere multidimensionale, netzwerkorientierte Führung 

Heute, drei, fünf oder zwanzig Jahren vor der Zeit neuer und dann – aus dem Verständnis dieser neuen Zeit – „einfacher Lösungen“, führt kein Weg daran vorbei sich geschickt und weise zusammenzutun. Heute beginnt nicht nur die Blütezeit der interdisziplinären Netzwerke klug gesteuerter Unternehmen. Es beginnt auch die Ära von vernetzter Führung und Leadership. Die Zeit in der Führungskräfte ganz bewusst und ohne das Gefühl damit Ansehen, Status und Macht zu verlieren, sondern mit dem Bewusstsein reflektiert wertvolle Reputation zu gewinnen, nach außen gehen können, sollen und dürfen, um sich von anderen anleiten und inspirieren zu lassen und so gemeinsam die Wege und Lösungen zu finden, die hilfreich erscheinen. Es ist die Zeit in der es nicht mehr verwerflich sein darf, sich auch als CEO mit Kompetenz zu umgeben, die nicht aus den vermeidlich sicheren Gefilden alte, großer Beratungen stammen. Es ist die Zeit in der auf der anderen Seite kluge Berater, Coaches und Mentoren, die Grenzen ihrer eigenen Denkräume und Organisationen öffnen, um noch mehr als bisher den Austausch zum Wohle Ihrer Kunden und ihre Kompetenz zu stärken, indem sie mit „den Besten“ kooperieren. Sei es mit den besten Generalisten und Planetenbetrachtern, mit den besten Experten für die Details oder wiederum mit den besten Netzwerkern, deren singuläre (neue) Aufgabe es ist, diese neuen Netze der Stabilität und Sicherheit zu gestalten und aufzubauen.

Neue Führung beginnt ganz unten

Doch es liegt (wiedermal) nicht nur an „der Führung“ und (vielleicht) „den Beratern“, wie sich Unternehmen ihrer Zukunft annähern. Es liegt schon jetzt an jedem selbst. Nur wer nichts fordert ist leicht zu beherrschen – und Top-down Herrschaft ist das Führungsmodell das gerade im Ausverkauf landet.

Es liegt an allen, die jetzt so wichtigen Dialoge zur gemeinsamen Zielsetzung, zu den Werten und Regeln zu starten. Es liegt an allen, Vertrauen zu geben und einzufordern. Es liegt an allen, gemeinsam neue Perspektiven und Ideen zu entwickeln, die das Überleben in einer digitalisierten Welt erleichtern. Es liegt an allen, die (neuen) Leitplanken von Werten und Prinzipien zu identifizieren, die gemeinsam gelebt werden wollen.

Es liegt schließlich auch an allen, die Haltung in sich zu finden, die den Mut ermöglicht, die es jetzt braucht, um Unternehmen in Zukunft besser laufen zu lassen. Es ist derselbe Mut, den jeder von uns als Kleinkind gebraucht hat, um die ersten Schritte zu wagen, dabei hinzufallen und immer wieder aufzustehen. Es ist der Mut, der es uns erlaubt die Komfortzone des „es ging doch immer irgendwie“ zu verlassen, um dann in die magische Zone des „so einfach kann es sein“ zu gelangen.

Zur gemeinsamen Sprache (zurück)finden

Um diese Dialoge zu starten braucht es vor allem eines: eine gemeinsame Sprache. Worte unter denen jeder das Gleiche und vielleicht sogar das Selbe versteht. Worte, die es erlauben sich einfach und gezielt zu verständigen, die die Möglichkeiten geben sich auszudrücken und die gerne genutzt werden. Worte weit weg von den „Buzzwords“ der Zeit, von Agilität, Digitalisierung und auch Leadership. Es braucht Übersetzer und Multiplikatoren und Einladungen und Zugangsmöglichkeiten. Es braucht Menschen, die sich einbringen und mit dem Ziel vorangehen anderen den Weg zu erleichtern.

Mit einer gemeinsamen Sprache, die dennoch die Themen der Zeit erfasst, kann es gelingen auch komplexe Lösungen einfacher zu identifizieren und zu gestalten. Wir brauchen heute mehr Einfachheit in der Komplexität, auch wenn es nicht trivial ist, diese zu finden.

In diesem Sinne

  • finden Sie Worte, die alle leicht verstehen – schaffen Sie Anknüpfungspunkte – in den Worten, in der Geschichte des Unternehmens, in der Gesellschaft um sie herum.
  • öffnen Sie die Kommunikationskanäle, die Reichweite erzielen und genutzt werden.
  • geben Sie den Menschen Raum sich einzubringen, die Anerkennung und Kontakte besitzen – auch wenn sie in der alten Hierarchie nicht vorkommen.
  • strecken Sie die Fühler nach Menschen aus, die den Planetenblick haben, denen Sie vertrauen und die das Unternehmen beg-LEITEN können und/oder finden sie die Experten, die ihre dringendsten Probleme lösen, damit sie den Kopf frei bekommen und selbst auf ihre Weltenreise gehen können.
  • machen sie – und machen Sie JETZT!

Fragen Sie sich

  • Wen verstehe ich und wer versteht mich?
  • Was interessiert mich und wie hilft es mir und meinem Team/meinem Unternehmen? (und da sie das lesen ist die Zukunft sicherlich ein Teil davon)
  • Wo fehlen mir selbst die Worte um zu verstehen, um mich auszudrücken und wer kann mir helfen die Bedeutungen zu begreifen?
  • Wen brauche ich um meine persönliche und eine gemeinsame Zukunft zu gestalten und um zu verstehen was mich heute und in Zukunft umgibt?
  • Welche einfacher ersten Schritte will ich noch heute gehen – auch wenn ich noch nicht genau absehen kann, wie diese mich auf dem Weg weiter bringen.

 

 

 

 

 

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