Dieser Text ist anders als meine üblichen Beiträge. Er ist ein Dank und ein Appell zugleich. Ein Dank dafür als einer der LinkedIn Top Voices ausgezeichnet worden zu sein und es ist ein Appell den Worten immer öfter auch Inspiration und Taten folgen zu lassen.  

Kennen Sie Bodo Wartke? Dieser Klavierkabarettist hat ein Lied geschrieben, dass er mit “Warum nich?” betitelt hat. Darin geht es um Mut, eine Romanze …. und verzagen.

 

Das, d.h. der Titel, nicht der Inhalt, war einer der ersten Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, als ich von meiner Nominierung für die LinkedIn Top Voices erfuhr.

Ändern Worte die Welt?

Es ist erst ein paar Wochen her, als ich genau diese Frage in einer kleinen facebook Diskussion thematisiert habe, denn am Ende sind es, so glaube ich weiterhin mehr die Taten, die, im positiven, wie im negativen die Welt verändern. Und doch sind es die Worte und die Bilder, die davon berichten. Es sind ganz oft zuerst die Nachrichten, die wir erhalten, die Informationen auf deren Basis wir uns ein Meinungsbild machen, die unsere Wahrnehmung und irgendwann auch unsere Einstellung zu Dingen verändern.

 

Weil ich mit meinen Taten nur meine Kunden erreichen (ich bin schließlich kein hauptamtlicher Autor oder Journalist, sondern in diesem Bezug nur „aktiver Laie“ und gut vernetzte one-man-show), ich aber überzeugt bin, dass es lohnt auch andere zu interessieren und vielleicht sogar zu inspirieren, darum schreibe ich über das, was mich bewegt und beschäftigt.

Ändert Ideen die Welt? 

Das folgende Zitat kennen Sie sicherlich:

„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.“

Es ist ein Zitat aus dem Talmud – und damit aus einer der ältesten Überlieferungen der Menschheit. 

 

Dieses Zitat ist (für mich) zentraler Ausdruck der Wahrnehmung, dass Ideen, die ihren Weg in die Öffentlichkeit finden, tatsächlich die Welt verändern – manchmal nur im kleinen, im Charakter und dem persönlichen Schicksal, aber manchmal eben auch im größeren oder auch ganz großen Zusammenhang.

 

Wie viele Gedanken liegen wohl der Welt zugrunde, die wir heute kennen? Von unserem Selbstverständnis, über unsere Gesellschaft und die Technologien, die wir nutzen, bis hin zu der Art, wie wir miteinander und zusammen arbeiten – alles hat in der grauen Masse zwischen unseren Ohren seinen Anfang begonnen. All diese Gedanken sind dabei einen großen Teil des Wegs gegangen, der der Talmud beschreibt. Sie sind mindestens alle Handlungen geworden, Taten, die nach außen getragen haben. Und sie waren am Anfang “nur” die Gedanken eines einzelnen um dann zunehmend zu dem gemeinsamen Denken zu werden.

Ändern Impulse die Welt?

Die Zeit heute zeigt mehr denn je, dass es darauf ankommt, dass die Worte (geschrieben, im Audio, im Video oder Live) den Weg vom einen zum anderen finden und jeweils an die Gedankenwelt anknüpfen können. Nur so entsteht Neues, neue Ideen, neue Impulse und aber am Ende auch (im Idealfall: kontinuierliche) Veränderung. Veränderung, die es uns ermöglicht wieder Neues zu entdecken, zu denken und zu tun.

 

Und darum: Ja klar verändern Worte die Welt (auch). Sie sind der Anfang von Kommunikation, von Austausch und von gemeinsamem Lernen. Sie sind ein ganz zentrales Element, wenn es darum geht uns alle voran zu bringen, uns unsere Leben zu erleichtern und Lebenszeit wertvoller zu gestalten.

Ändert Zusammenarbeit die Welt?

Ich habe Zusammenarbeit als etwas kennengelernt, dass in unglaublichem Maß motivieren kann und so viel Energie gibt, dass man gerne (im Wortsinn) tagelang durcharbeitet. Genauso habe (Zusammen?)arbeit als etwas kennengelernt, dass demotiviert und Energie raubt. Meist waren diese negativen Erfahrungen den Strukturen und/oder einzelnen Führungskräften geschuldet.

 

Beides sind Erfahrungen mit denen ich nicht alleine stehe und zugleich sind die negativen solche, von denen wir damit auch wissen, dass sie im Grunde nicht notwendig sind, dass es auch anders geht. Das ich damit nicht alleine stehe, zeigen mit die vielen Unternehmen (und Kollegen) denen es gelingt die positive Energie zum Fliessen zu bringen und damit große Erfolge feiern – für jeden individuell, wie auch gemeinsam und nicht zuletzt finanziell.

Ändern Worte die Welt? 

Und hier beginnt mein Dilemma. Ich bin keine „Evangelist“ und niemand, der als Prediger durch die Lande zieht. Das liegt mit einfach nicht. Ich möchte niemanden bekehren, der nicht auf dem Weg der Erkenntnis erste Kontakte mit einem leichteren, einfacheren, schöneren, gesünderen gemeinsam- und zusammen-arbeiten hatte. Aber ich möchte meine Erfahrungen, meine Erkenntnisse, mein Wissen im besten „Working out Loud“-Stil teilen, mich austauschen und so jeden gerne unterstützen, der mehr erfahren möchte. Dies ist der Grund warum ich neben der Arbeit als Berater und Arbeits-Weg-Weiser mit Worten versuche Impulse und Ideen zu verbreiten.

Warum(?) nich?!

Manchmal lese ich als Reaktion auf meine Artikel Dinge wie: „Warum schreiben Sie solche Banalitäten, das ist doch alles ganz einfach.“ Und, es stimmt. Im Grunde brauchen wir „nur“ „gesunden“ Menschenverstand und „gesundes“ Menschengefühl. Doch ich stelle, auch an mir und im Grunde bei jeden fest, dass es nicht klar ist, was „gesund“ ist. Den meisten ist so viel IQ und EQ gegeben, dass sie als soziale Wesen in dieser Welt hervorragend interagieren können. Doch unsere Sozialisation, beginnend mit Kindergarten und Schule, hat uns zu etwas gemacht, was, solange es nicht bewusst ist, kaum auffällt und sobald es bewusst ist, zugleich er- und abschreckt: Wir sind zu Industriefutter erzogen! Wir sind getaktet wie Maschinen und trennen Denken und einzelne Blöcke, statt die Dinge in ihren systemischen Zusammenhängen zu verstehen.

 

Uns stehen zu viele lange gewachsene, stark verinnerlichte Strukturen und Glaubenssätze im Weg, um schnell und einfach aus diesem Konstrukt aufzustehen und es abzuschütteln.

 

Wir sind Gefangene unserer selbst und der Gesellschaft. Wir sind Gefangene unserer Ohnmachtsempfindung und des wachsenden Mangels an gefühlter, weil immer schwerer erkennbarer, Selbstwirksamkeit.

 

Insbesondere in Unternehmen ist es enorm schwer sich, ohne Impulse von außen den dem bremsenden Ballast zu befreien. Aus dem Alten auszubrechen ist nicht leicht, wenn die Umwelt in der man lebt aus mehr als niemandem besteht.

 

Und darum ist auch die Liste der Themen und Werte, die man sich anschauen muss, um zu einer einfacheren und erfolgreicheren Zusammenarbeit zu gelangen immer wieder anders und zugleich lang. Sie besteht aus Elementen wie (Selbst)Vertrauen, Offenheit (auch für den Zufall und das Ungeplante), Verbundenheit, Respekt, Toleranz, Transparenz, Vernetzung, Verbindlichkeit, (Selbst)Reflexion (und dem Willen sich selbst und die gesamte Organisation immer mal wieder im Spiegel zu betrachten), Bewusstheit (auch für den eigenen und gemeinsamen „Purpose“ und „Meaning“, Mut & Neugier (und damit der Überwindung von Ängst und dem Verlasen der Komfortzone) und für das gleichzeitige persönliche Empfinden von Sicherheit und Stabilität. Ein wahrlich individuell wie organisational umfassender und komplexer Mix.

Warum jetzt?

Bei all dem was an Themen jetzt zu bearbeiten ist und lohnt stellen sich viele kluge Unternehmenslenker die Frage: Warum jetzt? Warum in einer Zeit, die ohnehin dynamisch und komplex bis zum Umfallen ist? Warum soll ich meine Mitarbeiter und mich zusätzlich damit belasten?

 

Nun – ich glaube wir sind zwar noch weit davon entfernt, dass ein energiegeladenes, einfach & erfolgreiches Zusammenarbeiten in den Unternehmen Standard ist, aber ich weiß zugleich, dass wir uns dem nächsten „großen Ding“ einer noch agileren-digitaleren-“new”eren WorkWelt mit Riesenschritten nähern. Die allgegenwärtigen Smartphones waren vor 10 Jahren noch der „heiße Scheiß“. Und in 10 Jahren werden wir müde drüber lächeln. Wir werden „künstliche Intelligenzen“, Virtual und Augmented Reality ganz natürlich für uns nutzen. Wir werden auf dem Weg lernen und lernen müssen und wir werden zunehmend gemeinsame Lern-Erfahrungen machen müssen, um mit der weiter zunehmenden Dynamik und Komplexität klar zu kommen.

 

Das heißt auch: Klar können wir warten – aber das macht’s nicht besser, sondern nur schwieriger!

 

So – und all das ist mein Grund, warum ich schreibe, warum ich regelmäßig versuche Impulse zu setzen, warum ich manchmal drängle und mir die Hutschnur platzt – und warum ich mich nach der Nominierung, die ich schon als Ehrung empfunden habe, um so mehr freue tatsächlich als einer der Top Voices wahrgenommen zu werden.

Dank ändert die Welt – immer !!

Doch nach all dem „über mich“ ist dies hier ja auch ein Dank! Ein Dank an die Menschen die mich unterstützen und ermutigen, und die mit mir an diesen Themen arbeiten (wie die Kollegen der freiKopfler (Heiko und Christoph) oder das gesamte AgilityInsights Netzwerk mit Lukas Michel als zentralem Element), aber es sind noch viele, viele mehr, die wiederum mich mit Ihren Impulsen und Gedanken inspirieren weiter an mir und den Themen zu arbeiten. Fühlt euch einfach alle angesprochen! DANKE!

 

Der größte DANK gebührt allerdings meinen Lesern und Followern. Denn ohne Sie alle, den Zuspruch, die manchmal kritischen Kommentare aber auch die Likes, hätte ich mich nicht motiviert gefühlt mich hier in diesem Maß einzubringen. Ihr Feedback ist mein Lohn und Ansporn.

 

Zum Dank gehört mein ganz herzlicher Glückwunsch an die anderen im doppelten Sinn “ausgezeichneten”, die genauso mit ihren Ideen, Gedanken und eben Worten dazu beitragen, dass wir alle immer mehr erfahren. Wobei ich einen besonders erwähnen möchte: Glückwunsch & Dank Dir lieber Winfried, denn ohne Dich und Dein Netzwerk hätten meine Beiträge nicht den Weg hierhier gefunden.

 

Wer mich auch auf andern Social Media Kanälen erleben und lesen möchte, den lade ich herzlich ein Twitter und facebook zu nutzen oder direkt auf meine website zu gehen, mit mir Kontakt aufzunehmen und/oder meinen Newsletter zu abonnieren.

 

Ein zweites Lied von Bodo Wartke ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch noch interessant, insbesondere, wenn sie sich auf den Weg in Richtung einfach erfolgreicherer Zusammenarbeit machen möchten (oder auch nur, um den Kontakt mit mir aufzunehmen): Ich trau mich (nicht)! Starten Sie einfach, bevor Sie am Ende des Liedes….. 😉

 

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