Heute Morgen bin ich auf SPON über einen Artikel gestolpert, in dem es um den „Niedergang einer deutschen Marke“ ging. Für Jack Wolfskin sieht die kommende Weihnachtswelt nicht sehr rosig aus – und vielleicht ist es die letzte.

Schade, denn ich mag die Produkte, die Philosophie, das Unternehmen – so wie wohl viele andere auch. Schließlich ist das Logo – gerade auch in der kalten und nassen Jahreszeit nicht nur „outdoor“ fast allgegenwärtig. Irgendetwas ist da scheinbar massiv schief gegangen. So wie – gefühlt – gerade in vielen Unternehmen etwas schiefläuft. Manchmal sind es Investoren, die die falschen Akzente setzen und zu hohe Anforderungen stellen, manchmal sind es die Produkte, die keinen Markt mehr finden, manchmal wurde das Umfeld zu lange belogen, betrogen und an der Nase herumgeführt. Doch immer sind nicht nur die Kunden, die Investoren und das Management die Leidtragenden, sondern immer sind es vor allem auch die dort abhängig Beschäftigten. Dabei – und damit komme ich zu meinem Eingangsstatement zurück  – liegt hier viel des Potenzials verborgen, dass ein Unternehmen (auch) aus solch einer Krise herausholen kann.

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ (Albert Einstein)

Kein noch so kluges Management kann allein aus einer solchen Krise herauskommen. Selbst wenn der gesamte Vorstand 24×7 sich nur mit Banken, Gläubigern und potenziellen Investoren unterhält, ist das Ergebnis oft nur eine lebensverlängernde Maßnahme, aber kein Aufsatzpunkt um notwendige Renovationen und Innovationen zu starten. Denn dafür braucht es kluge …. nein, eben nicht „Berater“ – sonst wäre mein Job wirklich zu einfach 😉 – nein es braucht Raum für die immer vorhandene Klugheit der Mitarbeiter. Für die Ideen und Impulse, das Wissen und die Erfahrungen, die hier auch dann noch schlummern, wenn man (nach traditioneller“ Managementdenke) schon alles getan hat.

Doch, wie kommt man in einem solchen Fall an dieses Potenzial heran?

Jack Wolfskin hat unglaublich viel in der Hand: Vom Design, über die Vermarktung bis hin zum Vertrieb, Online und On-Site via eigener Läden, Groß- und Einzelhändler, dazu eine echt gute Marke und ein (noch immer) ausreichend gutes Image. Jack Wolfskin hat noch immer viele Teile seiner Wertschöpfungskette in der Hand. Damit hat das Unternehmen Zugang zu dem Wissen und den Kompetenzen seiner Mitarbeiter (die mitten im (Outdoor-)leben stehen), zu den Ideen von Geschäftspartnern und vor allem zum positiven und (dem noch wichtigeren) negativen Feedback seiner Kunden. Die Frage ist: Wie aktiv werden all diese Vermögenswerte genutzt?

Ich gebe zu, ich kenne Jack Wolfskin dann doch zu wenig, um hier ganz konkret werden zu können. Dennoch möchte ich hier für diesen Fall (und andere) (m)einen Weg vorschlagen, der in kleinen Schritten viel bewirken kann.

Wie jede tiefgreifende Entwicklung sollte auch diese mit einer (in diesem Fall) schnellen und dennoch hervorragenden inneren und äußeren Reflexion starten. Das beste Tool, dass ich zu diesem Zweck kenne ist weiterhin die Agility Insights Diagnostik. Wer heute das Tool anfragt und seine Führungsmannschaft davon überzeugt spätestens am Montag die 30 Minuten Zeit zu investieren, kann am Dienstag per WebKonferenz durch die Ergebnisse geführt werden. Dann ist klar, wo im Unternehmen die Potenziale und die Störquellen schlummern.

Mit diesen Erkenntnissen kann man kurz darauf in den Open Space gehen, d.h. in Open Space Veranstaltungen mit allen die das Interesse haben, das Unternehmen aus der Krise zu befreien. Meist sind das Investoren, Geschäftspartner, und vor allem auch (Groß- und End-)Kunden. Hier kann man transparent machen, wo die Probleme liegen und einladen offen und ehrlich gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Auch wenn es einfach klingt. Dies zu vermitteln ist wohl der schwierigste Teil der Aufgabe – zumindest, wenn diese Transparent und Offenheit zur Partizipation vorher im Unternehmen noch nicht auftauchten. Die große Herausforderung ist es klar zu machen, dass man bereit ist Vertrauen zu investieren, um Vertrauen und Verbundenheit auf einer breiteren Basis entstehen zu lassen. Denn dann (und nur dann) kann man das Netz(werk) aufbauen, dass dazu im Stande ist das Unternehmen beim Sturz aufzufangen.

Werden dann im Open Space bereits Team gegründet, die die Impulse und Ideen zu Prototypen ausbauen, die – und das ist wichtig – sowohl Produkte, neue Prozesse, Strukturen, Kommunikationswege oder was auch immer betreffen können, dann können greifbare, reale, nützliche und sehr ernsthafte Ergebnisse schon nach Wochen greifen.

Das klingt, wie mit der heißen Nadel gestrickt und – ja – es fehlen hier im Artikel noch ein paar der geeigneten Modelle und Methoden, um aus einer plötzlichen Kommunikationskampagne (und so kommt ein Schnellschuss wie dieser hier bei den Beteiligten an) eine echte, nachhaltige Entwicklung zu machen. Doch, wer das will kann mich (und andere meines Schlages) ja auch gerne direkt ansprechen.

Dennoch – manchmal ist notwendig mit der Feuerwehr um die Geschwindigkeit bis zur Einsatzbereitschaft zu konkurrieren. Denn jeder Tag länger in der Krise macht es einen Tag schwieriger dort wieder heraus zu kommen. Das gilt scheinbar im Moment auch für Jack Wolfskin, auch wenn ich davon ausgehe, dass Frau Melody Harris-Jensbach im Moment den Kopf mit anderen Dingen voll hat und diesen Text eher nicht liest.

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