>>>> Impuls

 

Mal eine sehr direkte Frage zum Einstieg: Was hat für euch Relevanz? Was ist euch wirklich wichtig?

Wenn ich Zeitung lese, wenn ich Nachrichten sehe und höre, dann werden diese (schon lange, aber gefühlt immer mehr) von Dingen dominiert, die ich, aus meiner Perspektive, zwar für berichtenswert (im Sinne von „daraus kann man eine Nachricht machen) halte, die aber im Grunde keine wirkliche Relevanz für mich und mein Leben besitzen. Sei es der Baum, der beim einem Gewitter umfällt oder der Falschfahrer auf der Autobahn. Wirklich wichtig ist es für mich nicht, diese heute relativ normalen Dinge als „wichtige Nachricht“ kodiert zu erhalten.

Sicher, all das kann sehr dramatische Auswirkungen auf einzelne haben, im Großen und Ganzen tatsächlich relevant ist aber nur weniges davon.

 

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mich hat das abgestumpft. Die Dinge, die wirklich Bedeutung für mich haben aus der Masse herauszufiltern fällt immer schwerer. Das betrifft den privaten Alltag genauso, wie den beruflichen. Auch auf der Arbeitsebene, bei der ich es als Selbstständiger doch im Grundsatz einfach haben müsste, die Spreu vom Weizen zu trennen, wird dies für mich immer schwieriger. Zum einen nimmt die Informationsmenge stetig zu, zum anderen verändern sich die Schwellwerte, ab wann jemand in einem der vielen Netzwerke eine Information für bedeutend hält. Ähnlich wie ich mit diesem Kommentar zu meiner persönlichen „Überforderung“ mit diesem Zustand. Wobei, es ist keine echte Überforderung. Ich lebe dafür, mich echten Herausforderungen zu stellen, zu analysieren, zu denken, Lösungen zu erkennen, zu beschreiben und gemeinsam daran zu arbeiten. Daher ist es für mich Freude, statt einer Last, auf echten, richtigen Problemstellungen herumkauen zu können, die das (Arbeits)Leben für manche oder vielleicht auch für viele signifikant verändern? Aber auch hier gibt es, gefühlt, immer weniger echte Herausforderungen.

 

Themen gibt es viele für mich: Führung, Karriere, Organisationen und damit Agilität, Digitalisierung, Kultur- und Organisationsklimakrisen, Arbeitsrebellen, Zusammenarbeit und die immer neuen – und im Kern of auch wieder bekannten – Ansätze und Methoden. All das ist im Einzelfall, für den einzelnen wichtig, aber für die Masse….. ?!?

 

Ohne jetzt zu sehr zu langweilen, möchte ich heute nur einen einzigen Impuls (mit)geben:

Nehmt euch zweimal 30 Minuten Zeit.

Einmal dreißig Minuten, um ganz für euch, irgendwo in Ruhe, während ihr gedankenversunken in die Wolken blickt darüber nachzudenken, was für euch tatsächlich Relevanz besitzt. Im Privaten wie im Kontext eurer Arbeit.

Und dann nochmals dreißig Minuten, um diese Erkenntnis mit anderen zu teilen, möglichst in einer Form, die es den anderen ermöglicht zu erkennen, warum es für dich diese Bedeutung besitzt und zugleich so, dass sie (vielleicht) selbst beginnen darüber nachzudenken, was ihnen wirklich wichtig ist.

 

Ich glaube, ein wenig mehr bewusste Relevanz kann uns allen nur guttut.

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