Innovation, egal ob in kleinen Schritten oder dem großen Wurf ist in vielen Organisationen ein mühsames Geschäft. Angefangen mit Ideenwettbewerben, über etablierte und abgegrenzte Forschung- und Entwicklungsabteilungen bis zu unternehmensweiten „FedEx Days” oder 20%-Time”, die Ansätze sind so vielfältig, wie die Unternehmen, die sie versuchen. Ebenso vielfältig sind die Konzepte, Bücher und Modelle um Innovation rund um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und zu strukturieren.

 

Size matters

Während es sich große Unternehmen immer mehr leisten klein Einheiten mit dem Auftrag zur Unterstützung von Intrapreneurship an- und auszugliedern, stolpern sie zugleich auch immer wieder darüber diese Start-up Kulturen parallel zu den bestehenden Strukturen zu betreiben UND zugleich Anknüpfungspunkte zu identifizieren, um gegenseitiges Lernen und die Übergabe neuer Ideen “in die Linie” zu erleichtern. Sie stolpern auch, weil es ist immer wieder enorm schwierig ist, den gegebenen geschriebenen und ungeschriebenen Unternehmenskulturgesetzen in Form von Haltungen und Verhaltensweisen etabliert ist, dass es den kleinen Pflanzen neuer Ideen schwer macht substanziell Fuß zu fassen, oder gar das bestehende Geschäft zu kannibalisieren.

 

Beim vielen KMU ist dagegen Innovation zu oft auch (noch) ein Zufallsprodukt. Eine Pflanze, wie der Löwenzahn im Asphalt, der es schafft durchzustoßen, obwohl die Decke eigentlich zu dick ist.

 

“Most problems that come to us have already been framed, that way limiting our solution space. Is there a different way to look at this problem itself? Try to start at the beginning – reframe!” Thomas Wedelll-Wedellsborg, Partner bei „The Innovation Architects“

Das „Aufzug-Problem“

Sie kennen das Aufzug-Problem! Auch wenn es Ihnen nicht bewusst ist, sie haben sich garantiert schon über einen Aufzug geärgert, auf den sie (gefühlt) deutlich zu lange warten mussten. Es dauert einfach immer zu lange bis einer kommt. Viele Facility Manager können ein Lied davon singen und müssen bergeweise die entsprechenden Beschwerden entsorgen.

Wie aber könnte eine Lösung aussehen, die die Wartezeit verkürzt? Schnellere Aufzüge sind meist möglich aber kostspielig, Künstliche Intelligenz zur bedarfsgerechteren Steuerung ist noch nicht weit genug entwickelt. Vor manchen Aufzügen gibt es inzwischen große Displays auf denen die Nachrichten laufen oder Werbung gezeigt wird. In den allermeisten Fällen aber ist ein einfacher Spiegel die Lösung der Wahl. Nur die wenigsten schaffen es nicht hineinzublicken.…

 

Diese Lösung löst also gar nicht das eigentliche Problem, sie verändert nur unsere Wahrnehmung der Wartezeit.

 

Die Idee dahinter ist Reframing, also die Dinge aus veränderten Perspektiven zu betrachten und dabei ganz bewusst der Bezugsrahmen verändern.

 

Was aber, wenn man beim Reframing einen Schritt weiter geht und statt der Symptome an den Ursachen arbeitet? In Fall des Aufzugs ist es die Frage: Warum sollten wir überhaupt den Aufzug benutzen?

 

Auch dazu gibt es clevere Anregungen, z.B. die Klavier Treppe. (https://youtu.be/9YvrPlixqPY)

 

Beim Aufzugproblem in Bürohäusern wäre eine Lösung die ganz direkt an den Ursachen, die Frage zu stellen, ob man (Wissens)arbeit in Zukunft vielleicht vermehrt auch außerhalb des Büros einbringt. Wo weniger Menschen die Aufzüge benutzen müssen verringert sich höchstwahrscheinlich auch die Wartezeit.

Ein Aufzug für Innovation

Welche Frage gilt es sich also im Kontext Innovation zu stellen, um ggf. an den Ursachen zu arbeiten und so mehr Raum für gute neue Ideen entstehen zu lassen?

 

Die Fähigkeit zur einer größeren Innovation beruht selten allein auf der Fähigkeit Geschäftsmodelle neu zu denken. Dies geschieht mit den richtigen Hilfsmitteln vergleichsweise leicht. Die Basisfähigkeit über den Tellerrand hinaus zu denken ist vielmehr eine kulturelle und damit eine, die im Kontext des Managementmodells stattfindet, das in der Organisation vorherrscht. Vereinfacht gesagt, wenn ihr Management Modell vorsieht, dass feste Prozesse, Regeln und Rituale einzuhalten sind, um etwas anders zu tun als bisher, dann haben Sie eine sehr wirkungsvolle Bremse für neue Impulse implementiert.

 

“Unleashing innovation in big organizations could also be called” hot to not waste human potential”.” Alexander Osterwalder, Co-Founder von „Strategyzer“

Intrapreneure

Innerhalb rigider Grenzen Freiraum für Experimente zu erhalten ist weiterhin wenig verbreitet. Selbst wenn sich immer mehr Unternehmen auf die Fahne schreiben, Intrapreneurship zu unterstützen, sind die kulturellen Anker und alten Gewohnheiten oftmals so stark, dass viele Initiativen ausgebremst werden und Chancen ungenutzt bleiben. Die Spielregeln sind ganz einfach andere und die Spieler extrem versiert darin ihre noch (?!) guten Karten in der Hand zu halten.

 

“”Playing to Win” vs.”Playing not to loose” is the difference between startups and estabilshed corporate leaders.” Bill Fischer, Professor of Innovation Management at IMD, Advisor to Haier Group 

 

Natürlich kann dies dennoch ausreichen, um genügend Innovation anzustoßen. Doch langfristig zielführender ist zweifellos die Rahmenbedingungen substanziell und umfassend zu reflektieren und ggf. an den geeigneten Stellen anzupassen. Das erleichtert den (freiwilligen) Innovatoren deutlich, Raum für mehr Selbstwirksamkeit, Verantwortungsübernahme, individuelles Wachstum und gemeinsame Ideenentwicklung zu gewinnen und so das Unternehmen langfristig zu stärken, statt es langsam in sich zusammenbrechen zu lassen.

 

“If you want to make a positive impact on your employees create an experience that caters to their physical, cognitive, and emotional well-being.” Guillaume Alvarez, Senior Vice President EMEA, Steelcase

Mein Impuls für Sie

Mein Tipp und Impuls für Sie kann an dieser Stelle also nur lauten: Denken Sie im Kontext Innovation nicht nur in Kategorien neuer Geschäftsmodelle, sondern nehmen Sie sich bewusst Raum und Zeit, um die Grundlagen dafür, ihr Managementsystem, anzuschauen und zu verbessern. Gelingt es Ihnen hier maßgeblich die Rahmenbedingungen für Innovation zu vereinfachen und zu verbessern, so eröffnen sie den vorhandenen Potenzialen Raum und erhalten im Ergebnis fast zwangsläufig ein mehr substanzielle Verbesserungen und langfristig größeren Erfolg.

 

Machen Sie einen kleinen ersten Schritt in Richtung einer besseren Grundlage für Innovation. Prüfen Sie mit unserer Hilfe, wie es um ihr Management Design bestellt ist. Für den Anfang reicht vielleicht schon ein Design Check im Rahmen unserer aktuellen Studie zu Agilem Management. Wenn Sie einen individuellen Report anfordern, komme ich im Anschluss gerne auf Sie zu, um die Ergebnisse zu erläutern und Ihnen erste konkrete Impulse zu geben. Wenn Sie mehr zu unserem Angebot eines „Management Design Checks“ erfahren möchten, dann sprechen Sie mich einfach an. Egal wie groß Ihr Unternehmen ist. Innovation kann schließlich überall stattfinden.

 

Alle Zitate stammen vom 9. Global Peter Drucker Forum, dass im November 2017 in Wien stattfand.  

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